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Sonstiges: Niederrheinpokal
Schuss, Tor, Hurra…
Auch wenn es schwer fällt dies zuzugeben, der Aufstiegs-Zug ist abgefahren. Einen der ersten beiden Plätze zu ergattern, ist mehr als schwierig in dieser Schlussphase der Saison. Umso wichtiger ist es nun den Big-Point im Pokal zu landen! Ein Sieg im Niederrheinpokal und die damit verbundene Qualifizierung für den DFB-Pokal hat nun für uns alle Priorität!
Für uns steht damit fest – egal wann, wo und wie – wir legen all unsere Kraft in den Pokal! Aus diesem Grund werden wir am kommenden Mittwoch den Weg nach Kalkar bestreiten, um unsere Jungs im Spiel gegen den SV Hö/Nie zu unterstützen.
FÜR FANGERECHTE ANSTOSSZEITEN!
GEGEN SPIELTAGSZERSTÜCKELUNG!
FUSSBALL MUSS BEZAHLBAR SEIN!
Zwei Wehrmutstropfen möchten wir aber noch erwähnen. Wir haben bereits für das Spiel gegen den VfB Hüls drauf hingewiesen: fangerechte Anstoßzeiten! Auch beim Spiel gegen den SV Hö/Nie wird es mehr als knapp! 18.15 Uhr Anstoß, unter der Woche, im Berufsverkehr. Auch hier wurde der Termin verschoben, auch hier wieder einmal mangels Alternativen. Auch die Ticketpreise sind in unseren Augen nicht akzeptabel! 10 EUR für eine Bezirkssportanlage sind eine bodenlose Frechheit. Wir sind nicht bereit, diese Frechheit mitzumachen und die horrenden Preise zu zahlen.
Nichtsdestotrotz werden wir anreisen! Wir wissen nicht, wann wir ankommen werden, aber wir wissen, dass wir unseren Verein würdevoll repräsentieren und die Mannschaft auf ihrem Weg zum Pokalsieg unterstützen wollen! Lautstark, farbenfroh und friedlich! Zur Not von außerhalb, zur Not zur zweiten Halbzeit!
Rot-Weiss Essen – und der Acker bebt!
Ultras Essen 2002 im April ´13
Kurvennews 11 Ergänzung
Aus aktuellem Anlaß hier zwei Videos ergänzend dem KN-Artikel “Bild Dir Deine Meinung” aus Ausgabe 11: http://s1.directupload.net/images/130308/mo5yqncd.pdf
[...] Was solche Publikationen anrichten können zeigt unser nächstes Beispiel. Einem jeden Fussballfan wird die Hillsborough-Katastrophe etwas sagen. Am 15. April 1989 im Hillsborough-Stadion von Sheffield, während des Halbfinalspiels um den FA Cup zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest, starben 96 Menschen. In den für die Anhänger des FC Liverpool vorgesehenen Block ließ man zu viele Besucher ein. Diese Unachtsamkeit der Ordnungskräfte führte letztendlich dazu, dass mehrere hundert Fans gegen den Zaun am Spielfeldrand gedrückt oder einfach von anderen Fans unbemerkt bis zum Tod niedergetrampelt wurden.
Dieses Unglück, trug nach einer Untersuchung und dem abschließenden Taylor Report langfristig dazu bei, dass es heute in den meisten englischen Stadien nur noch Sitzplätze und keine Zäune mehr gibt. Das Stehplatzverbot wurde zunächst in England eingeführt und später auch von FIFA und UEFA für internationale Spiele übernommen.
Eine politische Aufarbeitung blieb lange Zeit aus. 2009 wurde eine unabhängige Untersuchungskommission unter Vorsitz des Bischofs von Liverpool eingesetzt. Nachdem 139.000 Menschen eine Petition unterzeichnet hatten, beschloss das britische Parlament am 17. Oktober 2011, dass die Kommission alle Akten über das Unglück erhalten soll. Die Kommission veröffentlichte ihren Bericht am 12. September 2012. In ihrer Untersuchung hatte sie festgestellt, dass die Schuld für das Unglück nicht bei den Fans, sondern den Ordnungskräften zu suchen sei. Auch nannte der Bericht die Zahl von 41 Opfern, die hätten gerettet werden können, wenn die medizinische Versorgung schnell genug angelaufen wäre. Bei der Aufarbeitung des Unglücks warf der Bericht der Polizei vor, 164 Aussagen verändert zu haben, davon 116, die das Verhalten der Polizei an diesem Tag in ein schlechtes Licht rückten. Auf Grund dieses Berichtes nahm auch die Generalstaatsanwaltschaft das Verfahren wieder auf und beantragte beim Obersten Zivilgericht Großbritanniens das zur Katastrophe ergangene Urteil zu revidieren, was am 19. Dezember 2012 geschah.
Soweit, so schlecht. Was uns nun beschäftigt ist die Frage, wie sehr die Medien dabei ihre Finger im Spiel hatten. Dazu folgendes: Unter dem Titel „The Truth“ (die Wahrheit) hatte die “Sun” (einer der bekanntesten Boulevardzeitung Englands, zu vergleichen mit der deutschen “Bild”) behauptet, Liverpool-Fans hätten Rettungsversuche der Polizei behindert, Betroffene beraubt, oder sogar auf Opfer uriniert. Bis heute hat die Sun deswegen vor allem in der Region Liverpool einen schweren Stand. Erst 15 Jahre nach der Tragödie rang sich das auflagenstärkste Blatt Großbritanniens zu einer Entschuldigung durch und sprach vom “schrecklichsten Fehler in der Geschichte der Zeitung”. Dennoch beteuert der verantwortliche Chefredakteur Kelvin MacKenzie weiterhin: “Ich habe es damals nicht bereut und bereue es bis heute nicht.” Nachdem der Bericht der Untersuchungskommission im September 2012 veröffentlicht wurde, änderte er dieses und entschuldigte sich mit “sehr viel richtiger wäre es gewesen, hätte ich die Überschrift „Die Lügen“ statt „Die Wahrheit“ geschrieben.”
“Wahrheit über Hillsborough”
Mit dieser Überschrift bringt es die Süddeutsche auf den Punkt: “Jahrelang hieß es, Liverpooler Fans hätten 1989 die Stadionkatastrophe von Hillsborough mit 96 Toten verschuldet. Nun ist klar: Polizisten fälschten Beweise, Rettungskräfte versagten. Erst jetzt kommt die Vertuschung ans Licht.” Weiter heisst es “Im Boulevardblatt The Sun fanden die Fälscher willige Helfer. Vier Tage nach der Katastrophe meldete die Sun unter der Überschrift “Die Wahrheit” auf ihrer Titelseite, dass Liverpooler Fans die Toten bestohlen und auf sie uriniert hätten und dass sie zudem einen Polizisten zusammengeschlagen hätten, der Erste Hilfe leistete. Nichts davon, besagt der nun vorgelegte Report, entspricht der Wahrheit. Im Gegenteil: Die Fans halfen einander.” [6]
2009 widmete die Frankfurter Allgemeine Hillsborough auch einen Artikel und zeigte damit schon im Titel einen “Wendepunkt für den Fussball” auf, so heisst es: “Für den englischen Fußball hatte Hillsborough solch konkrete und weitreichende Folgen wie kein anderes Ereignis. Premierministerin Margaret Thatcher ordnete eine Untersuchung durch den Lordrichter Peter Murray Taylor an. Er kam nach einunddreißigtägiger Beweisaufnahme im Januar 1990 zu einem Bericht, der für die „Mail“ „einer der Wendepunkte in der Kultur des englischen Fußballs“ wurde. Taylor verurteilte die primitiven Bedingungen, die man Fußballzuschauern zumutete. Er ordnete radikale Änderungen an. Stehplätze, Zäune und Alkohol verschwanden aus englischen Stadien. Der „Taylor Report“ wurde die Grundlage für das schöne, sichere, teure Spektakel, das die drei Jahre nach Hillsborough gegründete Premier League zum Welterfolg gemacht hat.” [7]
Unterm Strich kann man festhalten das in Großbritannien Stehplätze in Folge der Hillsborough-Katastrophe per Gesetz verboten sind bzw. Auflage der Stadien ist. Ein willkommenes Übel für den englischen Fussball. Sitzplätze sind teuer, bringen Geld. Sitzplätze werden eher von der sozialen Mittel- bis Oberschicht besetzt werden. Es bringt Ruhe in die Stadien. Wir werden uns an dieser Stelle nicht auf das dünne Eis begeben und die Frage stellen ob Hillsborough im Sinne der kommerziellen Umstrukturierung des englischen Fussballs eine “willkommende Katastrophe” gewesen sei, die man einfach für seine Zwecke genutzt hat. Dennoch bleibt ein bitterer Beigeschmack, hat eben jene falsch dargestellte Katastrophe zum für englische Fussballfans folgenschweren Taylor Report geführt, welcher wieder als Grundlage für das dortige Stehplatzverbot, welches auch von UEFA und FIFA übernommen wurde, dient. Das der einst stimmgewaltige englische Fussball dadurch zum stillen Mäuschen wurde, nahm man billigent in Kauf. Aus dem legänderen Highbury, einstige Heimstätte von Arsenal London, wurde so spöttisch “the Library” (die Bibliothek). Eine Schande unter dem Union Jack.
Was bleibt also festzuhalten? Wir wollen hier nicht die Moralapostel spielen und sicher nicht den Unschuldengel geben. Wenn etwas passiert dann ist das so und wenn es an die Öffentlichkeit gerät dann soll es das, solange es der Wahrheit entspricht. Aber genau hier liegt unser Problem. Wem kann man Glauben schenken und wo fängt das “Stille Post Prinzip” an welches die Wahrheit verwässert, bewusst oder unbewusst? Blinde Kopien ohne selbst recherchiert zu haben und damit gegebenenfalls Unwahrheiten zu verbreiten sind eine Gefahr für die Gesellschaft und jedes Individuum. Lasst Euch auf diese Spiele von oben nicht ein. Hinterfragt kritisch Berichte und Artikel. Lest verschiedene Medien. Macht Euch euer eigenes Bild und vertraut nicht blind in eine Publikation, bzw. glaube keiner Publikation die Ihr nicht selbst geschrieben habt!
Don´t believe the hype!
[6]
http://www.sueddeutsche.de/sport/stadionkatastrophe-in-england-wahrheit-ueber-hillsborough-1.1466336
[7]
Für fangerechte Anstoßzeiten
Mit großem Interesse haben wir die Spieltagsterminierung für das Nachholspiel gegen den VfB Hüls verfolgt. Nach einem misslungenen Aprilscherz seitens des VfB Hüls kam nun (eine knappe Woche vor dem Spiel) der Schock einer Ansetzung unter der Woche um 17:30 Uhr. Als Begründung wurde angegeben, die Anlage in Marl verfüge über kein Flutlicht.
Dieses Szenario zeigt ein großes Problem der unteren Spielklassen auf und schließt an eine bekannte Thematik an:
Für fangerechte Anstoßzeiten
In Deutschland ist der Kampf gegen die von Fernsehanstalten bestimmten Anstoßzeiten schon seit Jahren aktiv. Zeiten, in denen wir alle regelmäßig am Samstag um 15:30 Uhr im Stadion standen, sind längst vorbei. Freitag um 18:30, Mittwoch um 17:30 und Sonntag um 13:00 sind die Anstoßzeiten der Gegenwart. Nicht zuletzt der Auswärtsfan hat dabei ein gehöriges Problem. Wenn der Hamburger am Mittwoch um 17:30 in München seinen Verein sehen will, muss er schon 2 Urlaubstage einrechnen. Leider ist es aber mittlerweile Usus geworden, dass die Spieltagstermine erst kurz vor dem eigentlichen Termin bekannt gegeben werden. Wir selbst warten nach wie vor auf die Termine für die Spieltage nach dem 20. April. Ein langfristiges Planen ist somit kaum mehr möglich. Waren dies alles bisher Probleme, die vor allem die Fans der Bundesligaclubs betrafen, weitet sich diese Herausforderung mittlerweile auf die unteren Ligen aus. Zudem wird auch der Plan laut, Live-Übertragungen ins TV zu holen. Termine würden, analog zum bei den Fans unbeliebten Montagabendspiel der 2. Bundesliga, wohl unter der Woche stattfinden.
Amateurfußball im wahrsten Sinne
Was in den unteren Ligen noch erschwerend hinzukommt ist die Tatsache, dass die Vereine meist nicht über die Infrastruktur eines Bundesligaclubs verfügen. Das fängt bei einer nicht vorhandenen Flutlichtanlage an und geht bis zur nicht zu finanzierenden Rasenheizung. Ergebnis sind Spielausfälle am laufenden Band. Schon vor Jahren wurde darüber berichtet und Abhilfe geschworen. Längere Winterpause, bessere Planung bei den Spieltagen, Einbeziehung der örtlichen Gegebenheiten und und und… dabei rumgekommen ist nichts, wie uns der hiesige Winter wieder vor Augen führt.
Annehmbare Neuterminierungen für die anstehenden Nachholspiele sind Mangelware. Unser Beispiel vom Spiel gegen Hüls ist das beste Beispiel. Antwortete der damalige Staffelleiter der Niederrheinliga noch 2010 auf die Frage, ob es an Wochentagen des Öfteren arbeitsbedingt Probleme gibt, mit einem lapidaren „So dramatisch sehe ich das nicht, bei Anstoßzeiten um 19.30 Uhr oder 20 Uhr ist das machbar“, muss man sich nun die Frage stellen, ob 17:30 Uhr mittlerweile dramatisch ist, sowohl für den arbeitenden Amateurfußballer, als auch für den Fan.
Keine Gruppenaktivität in Hüls
Blieben wir bisher dank kurzer Anreisewege von organisatorischen Problemen weitestgehend verschont, trifft es uns mit der kurzfristigen Terminierung unseres Auswärtsspiels um 17:30 unterhalb der Woche binnen 6 Tagen nun doch. Aller Ultra-Romantik wie „Wir nehmen uns einen Krankenschein!“ entgegen, ist dieser Termin für viele RWE-Anhänger schlicht nicht machbar. Teile unserer Gruppe sind da keine Ausnahme. Als Konsequenz und Zeichen gegen diese Entwicklung werden wir beim Spiel in Marl nicht als Gruppe auftreten. Weder Gruppensymbolik noch Tifomaterial wird von uns eingesetzt. Wir sehen diesen Schritt, so schwer er uns auch fällt, als Signalwirkung, um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen. Letztlich lebt der Fußball durch seine Fans. Doch wenn ihnen die Chance geraubt wird das Spiel zu besuchen, stirbt auch hier ein Teil.
Nichtsdestotrotz werden alle Rot-Weissen, die es schaffen, zu dieser Unzeit in Hüls zu sein, auch fahren und die Mannschaft vor Ort unterstützen. Wir ebenso, denn eins ist klar: diese Aktion richtet sich nicht gegen unseren Verein und unser Team! Ganz im Gegenteil, auch die berufstätigen Spieler aus unserem Kader werden über diese Terminierung nicht erfreut sein. Lasst uns gemeinsam schauen, dass dies eine einmalige Situation ist und nicht zum Normalzustand wird!
FÜR FANGERECHTE ANSTOSSZEITEN!
GEGEN SPIELTAGSZERSTÜCKELUNG!
Ultras Essen 2002 im April ´13


